Am 25. Juni 2026 fand im Sitzungssaal der Gemeinde Muckendorf-Wipfing der dritte Stammtisch für pflegende Angehörige mit einem Vortrag von Frau Dr. Susanne Freyer statt. Die Rechtsanwältin i. R. referierte zum Thema Erwachsenenvertretung, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht – kurz: Was tun, wenn ich meinen Willen nicht mehr selbst äußern kann?
Kompetent und praxisnah vermittelte sie, welche rechtlichen Möglichkeiten es gibt, um für die persönliche Zukunft vorzusorgen. Leider kann jeder Mensch unerwartet in eine Situation geraten, in der er seine Entscheidungen nicht mehr selbst treffen oder mitteilen kann – etwa nach einem Schlaganfall, durch Demenz oder infolge eines Unfalls. Mit diesem Thema setzt sich niemand gerne auseinander, dennoch ist es wichtig, rechtzeitig Vorsorge zu treffen.
Wurde keine Vorsorge getroffen, muss im Ernstfall das Gericht über die Bestellung einer Vertretung entscheiden. Das ist nicht nur zeitaufwendig und möglicherweise kostenintensiv, sondern auch deshalb schwierig, weil das Gericht die persönlichen Wünsche und Vorstellungen der betroffenen Person nicht kennt.
Dabei ist der Aufwand für eine Vorsorge vergleichsweise gering: Man bestimmt eine Person seines Vertrauens, die im Ernstfall den eigenen Willen gegenüber Behörden, Banken oder medizinischen Einrichtungen vertreten soll. Diese Vorsorgevollmacht wird vor einem Notar, einer Rechtsanwältin bzw. einem Rechtsanwalt oder einer anderen dazu berechtigten Stelle errichtet und registriert.
Für medizinische Entscheidungen empfiehlt sich zusätzlich eine Patientenverfügung. Diese muss gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt ausführlich besprochen und anschließend ebenfalls bei einer berechtigten Stelle unterzeichnet werden. Sie kann im Patientenverfügungsregister hinterlegt werden, auf das Krankenhäuser im Bedarfsfall zugreifen können.
Die Gesunde Gemeinde wird dieses wichtige Thema auch künftig immer wieder aufgreifen. Es ist uns ein Anliegen, die Bevölkerung über Möglichkeiten der persönlichen Vorsorge zu informieren und damit einen Beitrag zu mehr Sicherheit und Selbstbestimmung zu leisten.
Nähere Informationen erhalten Sie unter www.patientenanwalt.com.
Barbara Vacha, gfGRin für Gesundheit, Kultur und Soziales